Lass uns zum Strand!

An meinem letzten Tag in Taupo, einer kleinen Stadt auf der neuseeländischen Nordinsel, krame ich meine Badesachen hervor, lasse alle Kleidungsstücke, die das Wort "Thermo" beinhalten, im hinteren Teil meines Koffers verschwinden und freue mich auf Sonne, Strand und Wärme.

Ich verlasse den größten Binnensee der Region Canterbury, die schneebedeckten Vulkane des Tongariro Nationalparks und fahre weiter Richtung Norden. Mein Ziel ist die circa 85 Kilometer breite und 40 Kilometer lange Coromandel Halbinsel. Nur 55 Kilometer (Luftlinie) trennen die Coromandel von Auckland, der größten Stadt Neuseelands. Vom Großstadtleben ist hier trotzdem nichts zu bemerken. Subtropischer Regenwald bedeckt den größten Teil der Halbinsel, die Küsten sind gesäumt von feinen, oft einsamen Sandstränden und in den beschaulichen Dörfern leben selten mehr als 1000 Einwohner. Dennoch oder vielleicht auch gerade deshalb gibt es hier auf dieser kleinen Halbinsel am Hauraki-Golf so viel zu erleben.

Selbstgebuddelte Wellness Oase mit Meerblick - der Hot Water Beach

So entdecke ich zum Beispiel einen Strandabschnitt, an dem rund hundert Menschen, gekleidet in Bikinis und Badehosen, ausgestattet mit Schaufeln und Eimern im Sand buddeln. Nach einiger Zeit ist der Strand mit Löchern übersät und die Besucher sehen mit verzücktem Gesichtsausdruck zu, wie sich ihre Kuhlen mit dampfendem Wasser füllen.

Sobald sich der Strand in eine natürliche Spa-Landschaft verwandelt hat, sind Eltern mit kleinen Kindern (im lauffähigen Alter) klar im Vorteil. Während die Erwachsenen in ihren natürlichen Whirlpools sitzen, laufen die Kleinen mit ihren bunten Plastikeimern zum Meer. Dort holen sie kaltes Meerwasser aus dem Pazifik und bringen es zurück zu ihren Eltern. Wer keine Kinder hat, (die es lustig finden zwischen Meer und Strand hin und herzulaufen) muss selbst gehen, denn ohne das kühlende Meerwasser werden die Pools sehr schnell sehr (unerträglich) warm.

Tipp: Schaufeln können im nahe gelegenen Café - gegen eine kleine Gebühr - ausgeliehen werden. Die Thermalquellen sind nur bei Ebbe jeweils zwei Stunden lang zugänglich.

(Leider kann ich euch kein Foto vom Hot Water Beach zeigen, aber ihr könnt euch einen Eindruck machen, wenn ihr dem Link folgt.)

Rund 10 Kilometer weiter nördlich, in der Nähe des kleinen Örtchens Hahei liegt die "Cathedral Cove".  Eine paradiesisch anmutende Bucht, die ihren Namen einem höhlenartigen Felsenbogen zu verdanken hat. Der Strand ist nur über einen Küstenwanderweg zu erreichen. Vom Parkplatz aus dauert der Weg rund 45 Minuten.

Für alle, die mit dem Auto unterwegs sind, lohnt sich ein Abstecher auf die Road 309. Eine 22 Kilometer lange Schotterstraße im Hinterland der Coromandel Halbinsel. Die kurvige Schotterpiste windet sich durch den neuseeländischen Regenwald, vorbei an Wasserfällen wie dem "Waiau Wasserfall" und spektakulären Aussichtspunkten.

Am Ende des Tages erhoffen wir (meine Zimmernachbarin, eine Tramperin und ich) uns am "Chums Beach" eine tolle Aussicht auf die untergehende Sonne. Glitschige Steine und die Aussicht auf einen Rückweg ohne jegliche Beleuchtung (keiner von uns hat an eine Stirn- oder Taschenlampe gedacht) verhindern diesen Trip allerdings. So bleiben wir in der Nähe des Parkplatzes und beobachten zwei Kajakfahrer, die die Abendstimmung genießen.

Tipps und nützliche Links

Als Low-Budget Unterkunft kann ich die On the Beach Backpackers Lodge empfehlen. Das mittelgroße Hostel liegt in der Kleinstadt Whitianga relativ zentral und direkt am Strand. Die Highlights der Coromandel Halbinsel: Cathedral Cove, Hot Whater Beach, Road 309 und der Chums Beach sind am besten mit einem Auto zu erreichen. Wenn ihr wie ich mit Reisebussen unterwegs seid, sucht euch am besten andere Reisende, mit denen ihr euch gemeinsam ein Auto ausleihen könnt. Ein lokaler Autoverleiher ist zum Beispiel: Peninsula Rent a Car. Dort haben meine Zimmernachbarin und ich uns einen Kleinwagen ausgeliehen und alles hat ohne Probleme gut funktioniert.

 Eine gute Übersicht über Sehenswürdigkeiten, Unterkünfte, Ausflugsmöglichkeiten und Gezeitenpläne bietet die Website: www.thecoromandel.com. Informationen zu Flora und Fauna sowie weitere Ausflugsziele und Wanderwege findet ihr auch auf der Seite des Departments of Conservation (DOC).

Kommentar schreiben

Kommentare: 0