Im Schatten des Watzmanns

Im 19. Jahrhundert entdecken Künstler den Hintersee als Inspiration für ihre Werke. Auf dem Malerweg kann man ihre Gemälde mit der Wirklichkeit vergleichen. (c) Salomé Weber

Urlaub in Deutschland? Bei dem Gedanken an linear aufgeforstete Nadelwälder, eintönige Kulturlandschaften, aufgeschüttete Sandstrände und künstlich erzeugte Baggerseen habe ich mich lieber in die Ferne geträumt. Doch gerade die Erfüllung dieses Traums – meine Reise ans andere Ende der Welt – hat mich wieder neugierig gemacht und mich dazu bewegt, meine Vorurteile in Frage zu stellen.

Urlaub in Deutschland? "Och nö... Hier gibt es doch eh nichts zu entdecken!"

Zum einen ist mir während dieser Reise klar geworden, dass ich in sechs Monaten mehr Orte in Neuseeland gesehen habe, als ich in 23 Jahren in Deutschland besucht habe; zum anderen ist mir bewusst geworden, dass sich die Landschaften auf diesen beiden abgelegenen Inseln am anderen Ende der Welt teilweise gar nicht so sehr von den Landschaften in Deutschland unterscheiden.

 

Die ausgedehnten Weideflächen auf der Nordinsel, die Nadelwälder und Seen im Süden haben mich an meine Heimat in Hessen erinnert (lediglich die grasenden Hirsche am Straßenrand waren etwas irritierend), während die schneebedeckten Berge im Westen und die mit Gras bewachsenen Dünen im Osten der Südinsel Kindheitserinnerungen an Urlaube an der Nordsee oder in Bayern geweckt haben.

 

Die Landschaften in Deutschland und in Neuseeland unterscheiden sich vor allem im Hinblick auf ihre Ursprünglichkeit. Wandert man durch einen Wald in Neuseeland, vorbei an Baumfarnen und umgestürzten, moosbewachsenen Bäumen, bekommt man einen Eindruck davon, wie sich die Natur (weitestgehend) ohne menschliches Eingreifen entwickelt (hat), was natürlich auch damit zusammenhängt, dass hier nur rund vier Millionen Menschen leben. 

 

Fasziniert von diesen Erlebnissen hat mich nach meiner Rückkehr aus Neuseeland eine Frage beschäftigt: Gibt es auch in Deutschland solche "ursprünglichen" Landschaften, die sich (weitestgehend) ohne menschlichen Einfluss entwickeln?

Von Zauberwäldern und majestätischen Bergseen

Bei meiner Recherche bin ich auf den Nationalpark Berchtesgaden gestoßen und ein halbes Jahr später dorthin gereist. Das Konzept des Nationalparks, das beinhaltet, die Natur sich weitestgehend selbst zu überlassen und damit die wilde Schönheit der Landschaft zum Vorschein zu bringen, ist aufgegangen. Die mit Moos und Flechten bewucherten Bäume, wachsen dort, wo es ihnen gefällt und nicht in von Menschen festgelegten Strukturen. Tote Bäume werden von Pilzen und Moosen besiedelt und bieten unterschiedlichen Tier- und Pflanzenarten Nahrung, Lebensraum und Schutz. Jeder Schritt durch die Wälder des Parks zeigt, wie die Natur in Deutschland aussehen kann, wenn darauf verzichtet wird, in das Ökosystem des Waldes einzugreifen.

 

Doch nicht nur die Urwälder des Nationalparks, auch die glasklaren Bergseen, in denen sich das Antlitz der Alpen spiegelt und natürlich die Berge selbst haben mich in ihren Bann gezogen und meine Vorurteile gegenüber Deutschland als Reiseziel widerlegt, sodass ich im September noch einmal in den Nationalpark zurückgekehrt bin.

 

In diesem Fotoessay möchte ich euch zeigen, dass man nicht an das andere Ende der Welt reisen muss, um außergewöhnliche Landschaften zu entdecken. Dafür nehme ich euch mit zum Zauberwald, einem kleinen Wäldchen am Ufer des Hintersees in Ramsau und zum Fuß des Watzmanns, dem 2.713 Meter hohen Wahrzeichen des Berchtesgadener Nationalparks.

Der Hintersee in Ramsau (c) Salomé Weber
Der Hintersee kann nicht nur über einen Rundweg, sondern auch auf dem Wasser erkundet werden. (c) Salomé Weber
Nebel steigt über dem Hintersee auf. (c) Salomé Weber
Im Nationalpark Berchtesgaden werden die Wälder sich selbst überlassen. (c) Salomé Weber
Abgestorbene Bäume, die stehe bleiben, bis sie von selbst umfallen oder von einem Windstoß gefällt werden, sind ein seltener Anblick in deutschen Wäldern. (c) Salomé Weber
Von der Haltestelle St. Bartholomä am Königssee führt ein Wanderweg zum Fuß der Ostwand des Watzmanns. (c) Salomé Weber
In unregelmäßigen Abständen bahnen sich Pflanzen ihren Weg durch die Geröll-Landschaft am Fuß des Watzmanns. Sogar eine Schnecke hat es geschafft, hier zu überleben. (c) Salomé Weber
Der Watzmann hat sein Antlitz an diesem Tag hinter Nebelfeldern verborgen. Die Wanderung zur Eiskapelle, am Fuß des Berges hat sich trotzdem gelohnt. (c) Salomé Weber

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Kommentare: 4
  • #1

    Katie Zipp (Samstag, 04 Februar 2017 08:01)


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