Foto der Woche


#17 Leichtigkeit

Habt ihr schon mal erlebt, dass ein Plan einfach so aufgegangen ist? Ohne, dass ihr euch dafür groß anstrengen musstet? Schon vor Wochen hatte ich mir überlegt, dass ich nach Pascals Besuch gerne in einem Hostel arbeiten würde. Das "Albatross Backpacker Inn" in Kaikoura hatte ich dabei schon längere Zeit im Hinterkopf. Ich kannte das Hostel noch von meiner Reise 2012. Also bin ich, nachdem ich Pascal verabschiedet habe, hingefahren, habe gefragt, ob ich hier arbeiten kann und den Job bekommen. Bäm.

 

Es überrascht mich immer wieder, wie problemlos sich die Dinge fügen, wenn man ihnen ihren Lauf lässt, und den Mut hat zu fragen, wenn man etwas will. 

 

Das Foto ist bei der Seal Colony in Kaikoura, Neuseeland entstanden.

#16 30

Warum ist die 30 eigentlich so eine besondere Zahl? 20, 25, 29 – einfache Zahlen, die beschreiben, wie viele Jahre man schon auf dieser Erde lebt, aber 30? Ähnlich wie 18, erscheinz mir die 30 wie eine unsichtbare und ungreifbare, aber dennoch existierende Barriere. Ein freier Lebensabschnitt geht zu Ende. Eine Zeit, in der es okay war zu experimentieren, in der man herausfinden sollte, wer man ist, was man will, um dann im Idealfall bis zum 30. Geburtstag sowohl beruflich, als auch privat die Weichen für die Jahre bis zur Rente gestellt zu haben.

Mit 29 beginnt man zu resümieren und die innere To-Do Liste der gesellschaftlichen Erwartungen abzuarbeiten:

  • Mein Job.
  • Mein Partner.
  • Meine Hochzeit.
  • Meine Wohnung / mein Haus.
  • Unsere Kinderplanung.

Meine Liste sieht aktuell so aus:

  • Mein Job.
  • Mein Partner
  • Meine Hochzeit .
  • Meine Wohnung / mein Haus.
  • Unsere Kinderplanung.
  • Auf dem besten Weg herauszufinden, was mich erfüllt und wie ich leben möchte.

Und das ist auch okay. Wir alle leben (wahrscheinlich) nur einmal und wir haben das Glück in einem Land und in einer Zeit zu leben, in der wir dieses Leben relativ frei gestalten können. Warum sollten wir diese Chance nicht nutzen?

 

Das Foto ist vor dem "Albatross Backpacker Inn" in Kaikoura, Neuseeland entstanden.

#15 Kaikoura

Nach vier Monaten "Vanlife" ist es jetzt wieder Zeit für ein Bett, ein Dach, eine verlässliche Stromversorgung und eine warme Dusche. Der eigentliche Plan war, mich in Christchurch von Pascal zu verabschieden und dann dort nach einem Job zu suchen – im Idealfall in einem Hostel, in dem ich dann auch wohnen kann. Doch wegen eines platten Reifens an einem Sonntag, muss ich in Kaikoura bleiben. Obwohl "muss" ist vielleicht das falsche Wort, denn eigentlich hatte ich schon seit einiger Zeit überlegt, zu dieser kleinen Stadt, von der aus man sowohl die schneebedeckten Berge als auch das Meer sehen kann, zurückzukommen. Vielleicht war der platte Reifen ein Wink des Schicksals ... Denn ich habe tatsächlich einen Job hier bekommen, der es mir auch ermöglicht, alle meine Ideen, Geschichten und Bilder der letzten Monate zu be- und verarbeiten.

 

Das Foto ist im "Albatross Backpacker Inn" in Kaikoura, Neuseeland entstanden.

#14 Wiederholung

Wiederholungen und Stereotype mögen den einen oder anderen beim Durchscrollen des Instagram Feeds nerven, aber manche Orte sind einfach zu schön, um sie nur einmal zu sehen. So ging es mir nicht nur mit dem "Aoraki/Mount Cook Nationalpark", den ich einmal alleine und einmal mit Pascal besucht habe, sondern auch mit "Milford Sound". Ein magischer Ort, dessen Zauber am besten in den Morgen- oder Abendstunden wirkt, wenn die meisten Touristen noch nicht da oder schon wieder abgereist sind.

 

Das Foto ist bei Milford Sound, Neuseeland entstanden. 

#13 Mueller Hut

In Neuseeland gibt es nur wenig, was man vorplanen muss. Eine Übernachtung in der beliebten "Mueller Hut" gehört zu diesen wenigen Ausnahmen. In der Haupt- und teilweise sogar noch in der Nebensaison von November bis Mai ist die Hütte im "Aoraki/Mount Cook Nationalpark" oft schon Monate im voraus ausgebucht.

Blöd ist nur, wenn der Wetterbericht genau dann meherere Regentage voraussagt, wenn man selbst zu der Hütte laufen will. Obwohl die Gefahr besteht, dass wir vielleicht gar nicht hochlaufen können, fahren Pascal und ich dennoch zum "White Horse Hill Campground", dem Ausgangspunkt der Wanderung. Als wir im strömenden Regen dort ankommen, rechnen wir mit dem Schlimmsten, doch am nächsten Tag scheint die Sonne und wir freuen uns über den tollen Ausblick.

 

Das Foto ist bei der Mueller Hut, Neuseeland entstanden.

#12 Natur

Nachdem wir gefühlt zu viel Zeit in Christchurch und Dunedin verbracht haben, freuen wir uns darauf, in den "Catlins" wieder naturverbundener zu leben. Nicht nur, weil man sich als ungewaschener Camper in einer Stadt nicht immer besonders willkommen fühlt, sondern auch, weil wir beide einen Campingplatz am Meer immer einem Doppelzimmer in einer Stadt vorziehen würden. Die Catlins sind die perfekte Region zum zelten, spazierengehen und surfen. Als wir die "Cannibal Bay" erkunden, werden wir von neugierigen "Seals" – neuseeländische Pelzrobben, die einst fast ausgerottet wurden und heute wieder an den Küsten der Südinsel leben – beobachtet. Einige Buchten weiter – in der "Curio Bay" – sehen wir zwei "Hector's Dolphins", die in den Sonnenuntergang schwimmen. Kann es noch besser werden?

 

Das Foto ist in der Purukanui Campsite, Neuseeland entstanden.

#11 (Krank) feiern

Nie hätte ich gedacht, dass es mir schwer fällt, meine zwei Quadratmeter Wohnfläche mit jemandem zu teilen. #Vanlife mit einem Partner ist definitiv noch einmel eine andere Herausforderung, als #Vanlife alleine. Besonders wenn einer von beiden krank wird. Zum Glück lösen wir uns im Kranksein ab und können uns gegenseitig helfen. Und zum Glück spielt das Wetter mit. Auf unserem Weg Richtung Süden erleben wir nur einen Regentag. In Dunedin können wir uns die berühmten "Partyhäuser" der Studierenden der University of Otago noch bei strahlendem Sonnenschein ansehen, bevor ich endgültig krank werde.

 

Dieses Foto ist in Dunedin, Neuseeland entstanden.

#10 Zusammen

Dieser Moment, wenn sich die Tür am Flughafen öffnet und da der Mensch steht, den du in den letzten vier Monaten unglaublich vermisst hast ... Bevor wir gemeinsam ins #Vanlife starten, gönnen wir uns ein Airbnb und erkunden Christchurch gemeinsam. Weil Pascal keinen Jetlag hat, verschiebe ich das Sortieren meiner Bilder und das Ausarbeiten meiner Ideen auf die Zeit nach seinem Besuch. 

 

Dieses Foto ist bei "Taylors Mistake", Neuseeland entstanden.

#9 Vorsätze

Von der fast schon surrealen Landschaft des Mount Cook National Parks bin ich so überwältigt, dass ich den berühmtesten, weil am einfachsten zu begehenden Wanderweg – den "Hooker Valley Track" – gleich zwei Mal laufe. Während sich tagsüber Menschenmassen durch das Tal schieben und man sich vorkommt, als stünde man in einer Art Warteschlange für die Attraktion eines Freizeitparks, verschwinden diese Menschen pünktlich zum Sonnenuntergang plötzlich. Sogar Fotografen mit teuren Kameras und noch teureren Objektiven kommen mir entgegen. So kommt es, dass ich diesen Anblick (fast) alleine genießen kann. 

 

Das Bild ist im "Hooker Valley", Neuseeland entstanden.

#8 Gefunden

Offenbar muss man sich oder etwas erst verlieren, bevor man etwas finden kann. In der letzten Woche habe ich zwar mein Wissen über die kalendarische Zeit verloren, dafür hatte ich eine unglaublich kreative Phase. Meine Memo App quillt über vor Ideen. In den nächsten Tagen werde ich meine Zeit in Christchurch nutzen, um mich wieder zu sortieren und zu finden.

 

Das Bild ist im "Opara Basin", Neuseeland entstanden.

#7 Verloren

"Heute ist der 8. Februar, oder?", frage ich einen Mann, der neben mir den Schein für den Zeltplatz ausfüllt. Der schaut mich nur verwundert an und scheint für ein oder zwei Sekunden sprachlos, erwidert dann aber: "Nein, heute ist der 5. Februar." Er lacht kurz und sagt dann mit einem besorgtem Unterton: "You're really lost are you?". Ja, ich habe mich tatsächlich verloren. Ich weiß nicht mehr, welches Datum, geschweige denn welcher Tag es ist. Und das finde ich ehrlich gesagt ziemlich gut.

 

Das Bild ist in "Hector", Neuseeland entstanden.

#6 Begegnungen

Letztendlich sind es doch die Begegnungen mit anderen Menschen, die eine Reise und das Leben besonders machen.

 

Das Bild ist in der Nähe der "Angelus Hut", Neuseeland entstanden.

#5 Träume

"Ob die Schafe denken, dass ich so eine Art Superschaf bin?", überlege ich als ich durch die grünen Hügel der Banks Peninsula fahre und mir die dort ansässigen Schafe immer wieder neugierig hinterherschauen. Ganz abwegig ist es nicht. Immerhin ist die Farbe meines Autos der Fellfarbe eines weißen Schafs gar nicht mal so unähnlich.

 

Das Bild ist der Nähe von "Akaroa", Neuseeland entstanden.

#4 Abschied

Ich bin gerne alleine unterwegs. Ich mag die Unabhängigkeit und die Freiheit, die damit einhergeht. Doch wenn man einmal eine Zeit lang mit einem geliebten Menschen gereist ist, ist es schwer, sich wieder an das Alleinsein zu gewöhnen.

 

Das Bild ist in "Okains Bay", Neuseeland entstanden.

#3 Aussichten

Der Aufstieg zum "Roys Peak" zählt wahrscheinlich zu den herausforderndsten Wanderungen, die ich jemals gemacht habe. Der Weg ist nicht besonders anspruchsvoll, allerdings ist man den Wetterbedingungen über die gesamte Strecke ausgeliefert. Es gibt keinen Schatten und keinen Schutz vor Regen. Wenn die Sonne scheint, sollte man deshalb am besten Nachmittags losgehen. Dann ist die Sonnenstrahlung nicht mehr zu intensiv und man kann – wenn man Glück hat – den Sonnenuntergang sehen.

 

Ausblick von "Roys Peak" auf Wanaka, Neuseeland.

#2 Erinnerungen

An einen Ort zurückzukehren, mit dem man viele Erinnerungen verknüpft, kann schön sein, aber auch Enttäuschungen mit sich bringen. Nichts bleibt, wie es ist. Alles verändert sich. In dieser Woche sind meine beste Freundin und ich nach Dunedin gereist. 2012 haben wir hier ein Semester an der University of Otago studiert haben. Zum "Tunnel Beach", an dem dieses Foto entstanden ist, haben wir es damals nicht geschafft. Es war schön, diesen Ausflug jetzt nachzuholen.

 

"Tunnel Beach", Neuseeland

#1 Neuanfang (?)

Ein neues Jahr, ein neuer Anfang, der eigentlich schon im letzten Jahr begonnen hat. Jetzt stehe ich hier und habe so viele Ideen, so viele Möglichkeiten, das ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Welche Idee ist es Wert, Zeit und Energie zu investieren? Welche Möglichkeit bringt mich näher an mein Ziel, ein erfülltes Leben führen zu können? Fragen, auf die ich momentan noch keine Antworten habe. Aber wie ich bereits im letzten Jahr festestellt habe, brauchen manche Dinge eben einfach Zeit.

 

SH6 bei St. Arnaud, Neuseeland