Foto der Woche


#27 Magisch

Neuseelands Landschaften wirken auf mich oft surreal, zu schön, um wahr zu sein. Wie Orte in einem Traum. Selbst die Zeit vergeht hier gefühlt anders als im Rest der Welt. Stunden werden zu Tagen, Tage zu Wochen, Wochen zu Monaten. Gleichzeitig schneller und langsamer. Schnell vergisst man dabei, dass der Pazifik und die schneebedeckten Kaikoura Ranges nur wenige hundert Meter vor der eigenen Haustür liegen.

 

Strand in Kaikoura, Neuseeland (mein Lieblingsort ;) )

#26 Wintersonnenwende

Während die Tage in Europa kürzer werden, werden sie hier in Neuseeland länger. Zwar stehen uns noch zwei kalte und dunkle Monate bevor, aber bislang war der Winter hier ziemlich erträglich. 

 

Strand in Kaikoura, Neuseeland.

#25 Lost in Paradise?

In dem Gedicht "All that is gold does not glitter" schreibt Tolkien auch den mittlerweile berühmten Satz "Not all those who wander are lost." Aber sind wir nicht alle ein bisschen verloren und auf der Suche? Mehr und mehr realisiere ich, dass ich aufgebrochen bin, um mein Paradies zu finden. Im Außen sowie im Innen.

 

Je länger ich Zeit habe, um nachzudenken, desto deutlicher wird, dass "Gut" nicht bedeutet, dass es keine Konflikte und keine Reibungen gibt. Gut bedeutet, eine Balance im Geben und Nehmen zu finden. Herauszufinden, wie viel man geben kann und wieviel man zum Leben braucht. Die eigenen Grenzen definieren und in den Beziehungen zu anderen Menschen aushandeln.

 

Point Kean in Kaikoura, Neuseeland.

#24 Milky Way

Der "Milky Way" war immer mein Lieblingsschoko-Riegel. Keine Nüsse, kein Karamel, kein Schnickschnack. Einfach Schokolade und eine undefinierbare Creme. Das Milky Way eigentlich Milchstraße bedeutet und die Galaxie bezeichnet, in der wir leben, diese Verbindung habe ich erst Jahre später erkannt. Komisch oder? Wie wir jahrelang ein Wort benutzen, ohne dass uns dessen originäre Bedeutung bewusst ist. Das faszinierende am Nachthimmel in Neuseeland ist, dass man die Milchstraße tatsächlich mit bloßem Auge sehen kann. 

 

Blick in den Sternenhimmel vom Strand in Kaikoura.

#23 Küche

"Kannst du was aushalten?", fragt mich mein zukünftiger Chef und blickt mich dabei fragend an. Natürlich sage ich "ja" und versuche dabei besonders selbstbewusst auszusehen. "Okay, dann versuchen wir es", sagt er und ab diesem Moment bin ich Köchin. Zuerst denke ich, dass ich wahrscheinlich Kartoffeln schäle und Pommes fritiere, aber im Winter ist das Personal rar (wahrscheinlich ein weiterer Grund, warum ich eingestellt wurde) und jeder muss alles machen. So lerne ich jetzt also, wie man Fisch fritiert, Filets zubereitet und Steaks brät. So richtig kann ich es selbst nicht glauben. In den schönsten Momenten genieße ich den Adrenalin in der Küche, die koordinierten Bewegungen, die fast einem Tanz gleichen. In den dunkelsten fühle ich mich wie eine Hochstaplerin.

 

Anthony, Koch im Craypot in Kaikoura.

#22 Suche

Jobs gibt es in Kaikoura in erster Linie im Restaurantgewerbe. Mein Problem: Ich habe noch nie in einem Restaurant gearbeitet und denke von mir selbst, dass ich wahrscheinlich die schlechteste Kellnerin der Welt sein werde. Aber was hilft das schon? Bevor ich mich bei den verschiedenen Cafés und Restaurants in der Stadt vorstelle, lege ich mir ein paar Argumente zurecht "Ich kann mich schnell in neue Bereiche einarbeiten, Ich hatte in meinem letzten Job viel mit Menschen zu tun ..." Mal schauen, wie weit mich das bringt. 

 

Louie – die Hostelkatze des Albatross Backpacker Inn in Kaikoura.

#21 PLanänderung

Danke Jogi Löw. Danke, dass du mir – obwohl wir uns nicht persönlich kennen und ich auch nicht unbedingt der größte Fußballfan bin – eine wichtige Lebensweisheit mit auf den Weg gegeben hast. Und die lautet: Geh, wenn es am schönsten ist. 

Nach sechs Wochen scheint für mich jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen zu sein, um Kaikoura zu verlassen und Neuseelands Südinsel im Herbst zu bereisen. Alles ist vorbereitet: Das Auto ist aufgeräumt, alle Vorräte sind aufgefüllt. Jetzt muss "Herby" (mein Auto) nur noch den neuseeländischen TÜV bestehen und dann kann es losgehen. Doch leider hat die Mitarbeiterin in der Autowerkstatt schlechte Nachrichten. Reifen, Bremsen und gebrochene Stoßdämpfer müssen erneuert werden, damit ich mein Auto weiter fahren kann. Vielleicht hätte ich doch auf die ein oder andere Schotterstraße verzichten sollen? Nein, ich muss da jetzt durch. Ich werde Herby reparieren lassen, mir einen bezahlten Job in Kaikoura suchen und bis mindestens Ende Juli bleiben. 

 

Das Foto ist in South Bay, Kaikoura entstanden.

#20 Abschied

Das Schwerste am Reisen sind die Abschiede. Auf Wiedersehen zu sagen, ohne zu wissen, ob das jemals wirklich eintreffen wird. Doch jede Begegnung ist lehrreich. Und für jeden Menschen, den ich kennenlernen darf, bin ich dankbar.

 

Das Foto ist im Albatross Backpackers Inn in Kaikoura entstanden.

#19 Bleiben

Je länger ich bleibe, desto weniger möchte ich gehen. Reisende nennen das "to get stuck". Im Sinne von irgendwo stecken zu bleiben. Das kann gut sein, weil man einen Ort gefunden hat, an dem man bleiben möchte. Andererseits bedeutet das aber auch, dass man den richtigen Moment finden muss, um wieder zu gehen. Je länger man bleibt, desto mehr weicht die Magie der Realität.

 

Das Foto ist in Kaikoura, Neuseeland entstanden.

#18 Hoch Hinaus

Das ist er also: der Winter im Frühling. Während meine Freunde in Deutschland die ersten warmen Tage feiern #EndlichFrühling, bekomme ich ein bisschen Angst vor den kürzer und kälter werdenden Tagen. Ich könnte jetzt einfach weiterziehen. Wie ein Zugvogel. Immer dem Sommer hinterher. Doch ich möchte bleiben. Irgendwie weiß ich, dass das hier gut werden kann.

 

Das Foto ist auf dem Gipfel von "Mount Fyffe" in Kaikoura, Neuseeland entstanden.

#17 Leichtigkeit

Habt ihr schon mal erlebt, dass ein Plan einfach so aufgegangen ist? Ohne, dass ihr euch dafür groß anstrengen musstet? Schon vor Wochen hatte ich mir überlegt, dass ich nach Pascals Besuch gerne in einem Hostel arbeiten würde. An das "Albatross Backpacker Inn" in Kaikoura hatte ich dabei schon seit längerer Zeit gedacht. Ich kannte das Hostel noch von meiner Reise 2012. Also bin ich, nachdem ich Pascal verabschiedet habe, hingefahren, habe gefragt, ob ich hier arbeiten kann und den Job bekommen. Bäm.

 

Es überrascht mich immer wieder, wie problemlos sich die Dinge manchmal fügen.

 

Das Foto ist bei der Seal Colony in Kaikoura, Neuseeland entstanden.

#16 30

Warum ist die 30 eigentlich so eine besondere Zahl? 20, 25, 29 – einfache Zahlen, die beschreiben, wie viele Jahre man schon auf dieser Erde lebt, aber 30? Ähnlich wie 18, erscheinz mir die 30 wie eine unsichtbare und ungreifbare, aber dennoch existierende Barriere. Ein freier Lebensabschnitt geht zu Ende. Eine Zeit, in der es okay war zu experimentieren, in der man herausfinden sollte, wer man ist, was man will, um dann im Idealfall bis zum 30. Geburtstag sowohl beruflich, als auch privat die Weichen für die Jahre bis zur Rente gestellt zu haben.

Mit 29 beginnt man zu resümieren und die innere To-Do Liste der gesellschaftlichen Erwartungen abzuarbeiten:

  • Mein Job.
  • Mein Partner.
  • Meine Hochzeit.
  • Meine Wohnung / mein Haus.
  • Unsere Kinderplanung.

Meine Liste sieht aktuell so aus:

  • Auf dem besten Weg herauszufinden, was mich erfüllt und wie ich leben möchte.

Und das ist auch okay. Wir alle leben (wahrscheinlich) nur einmal und wir haben das Glück in einem Land und in einer Zeit zu leben, in der wir dieses Leben relativ frei gestalten können. Warum sollten wir diese Chance nicht nutzen?

 

Das Foto ist vor dem "Albatross Backpacker Inn" in Kaikoura, Neuseeland entstanden.

#15 Kaikoura

Nach vier Monaten "Vanlife" ist es jetzt wieder Zeit für ein Bett, ein Dach, eine verlässliche Stromversorgung und eine warme Dusche. Der eigentliche Plan war, mich in Christchurch von Pascal zu verabschieden und dann dort nach einem Job zu suchen – im Idealfall in einem Hostel, in dem ich dann auch wohnen kann. Doch wegen eines platten Reifens an einem Sonntag, muss ich in Kaikoura bleiben. Obwohl "muss" ist vielleicht das falsche Wort, denn eigentlich hatte ich schon seit einiger Zeit überlegt, zu dieser kleinen Stadt, von der aus man sowohl die schneebedeckten Berge als auch das Meer sehen kann, zurückzukommen. Vielleicht war der platte Reifen ein Wink des Schicksals ... Denn ich habe tatsächlich einen Job hier bekommen, der es mir auch ermöglicht, alle meine Ideen, Geschichten und Bilder der letzten Monate zu be- und verarbeiten.

 

Das Foto ist im "Albatross Backpacker Inn" in Kaikoura, Neuseeland entstanden.

#14 Wiederholung

Wiederholungen und Stereotype mögen den einen oder anderen beim Durchscrollen des Instagram Feeds nerven, aber manche Orte sind einfach zu schön, um sie nur einmal zu sehen. So ging es mir nicht nur mit dem "Aoraki/Mount Cook Nationalpark", den ich einmal alleine und einmal mit Pascal besucht habe, sondern auch mit "Milford Sound". Ein magischer Ort, dessen Zauber am besten in den Morgen- oder Abendstunden wirkt, wenn die meisten Touristen noch nicht da oder schon wieder abgereist sind.

 

Das Foto ist bei Milford Sound, Neuseeland entstanden. 

#13 Mueller Hut

In Neuseeland gibt es nur wenig, was man vorplanen muss. Eine Übernachtung in der beliebten "Mueller Hut" gehört zu diesen wenigen Ausnahmen. In der Haupt- und teilweise sogar noch in der Nebensaison von November bis Mai ist die Hütte im "Aoraki/Mount Cook Nationalpark" oft schon Monate im voraus ausgebucht.

Blöd ist nur, wenn der Wetterbericht genau dann meherere Regentage voraussagt, wenn man selbst zu der Hütte laufen will. Obwohl die Gefahr besteht, dass wir vielleicht gar nicht hochlaufen können, fahren Pascal und ich dennoch zum "White Horse Hill Campground", dem Ausgangspunkt der Wanderung. Als wir im strömenden Regen dort ankommen, rechnen wir mit dem Schlimmsten, doch am nächsten Tag scheint die Sonne und wir freuen uns über den tollen Ausblick.

 

Das Foto ist bei der Mueller Hut, Neuseeland entstanden.

#12 Natur

Nachdem wir gefühlt zu viel Zeit in Christchurch und Dunedin verbracht haben, freuen wir uns darauf, in den "Catlins" wieder naturverbundener zu leben. Nicht nur, weil man sich als ungewaschener Camper in einer Stadt nicht immer besonders willkommen fühlt, sondern auch, weil wir beide einen Campingplatz am Meer immer einem Doppelzimmer in einer Stadt vorziehen würden. Die Catlins sind die perfekte Region zum zelten, spazierengehen und surfen. Als wir die "Cannibal Bay" erkunden, werden wir von neugierigen "Seals" – neuseeländische Pelzrobben, die einst fast ausgerottet wurden und heute wieder an den Küsten der Südinsel leben – beobachtet. Einige Buchten weiter – in der "Curio Bay" – sehen wir zwei "Hector's Dolphins", die in den Sonnenuntergang schwimmen. Kann es noch besser werden?

 

Das Foto ist in der Purukanui Campsite, Neuseeland entstanden.

#11 (Krank) feiern

Nie hätte ich gedacht, dass es mir schwer fällt, meine zwei Quadratmeter Wohnfläche mit jemandem zu teilen. #Vanlife mit einem Partner ist definitiv noch einmel eine andere Herausforderung, als #Vanlife alleine. Besonders wenn einer von beiden krank wird. Zum Glück lösen wir uns im Kranksein ab und können uns gegenseitig helfen. Und zum Glück spielt das Wetter mit. Auf unserem Weg Richtung Süden erleben wir nur einen Regentag. In Dunedin können wir uns die berühmten "Partyhäuser" der Studierenden der University of Otago noch bei strahlendem Sonnenschein ansehen, bevor ich endgültig krank werde.

 

Dieses Foto ist in Dunedin, Neuseeland entstanden.